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Februar 2015 - Thomas Hündgen




audiophiler Tipp Präzision die zu Gehör dringt

QK1 Load Resonating Coil & QV2 AC Line Harmonizer von Nordost

Nordost Qk1 und Qv2 Fotos: Karl Belkner

Worum geht es eigentlich, wenn wir uns mit High-End-Audio beschäftigen? Einige werden sagen, dass es ihnen nur um die Musik geht. Doch wenn wir ganz ehrlich sind, spielen noch einige weitere Dinge eine wichtige Rolle. Wie zum Beispiel ein ansprechendes Design, ein hoher technischer Aufwand, ein legendärer Firmenname, für die viele bereit sind, einen entsprechenden Preis dafür zu zahlen. Jenseits der beiden Seiten der Tonträger, also bevor sie produziert und hinterher reproduziert werden, setzt man oft, um eine maximale Aufnahme- respektive Wiedergabequalität zu erzielen, auf eine hohe Präzision der verwendeten Technik. Wenn man, im günstigsten Fall, eine Anlage besitzt, die solche Kriterien erfüllt, macht es Sinn auch die Stromversorgung zu optimieren.

Dass es sich bei den QK1 und QV2 um sehr hochwertige Produkte handelt, offenbarte sich bereits durch ihren optischen Eindruck. Inwieweit sie sich klanglich auswirken, wollte sich für mich zunächst noch nicht erschließen, denn sie werden lediglich in freie Anschlüsse von Mehrfachsteckdosenleisten eingesetzt. Die vom Hersteller sogenannte Last-Resonanzspule (LRC) der QK1 ist ein Element, das ein passives elektrisches Feld erzeugt, um einen störungsfreien Betrieb der Stromversorgung zu ermöglichen. Hingegen sich die QV2 als AC Line Harmonizer, direkt, als ein aktives elektronisches Element auf die Stromversorgung auswirkt. Beides sind Bestandteile der QRT- (Quantum Resonant Technology) Produktreihe für die Stromversorgung. Wie das im Detail funktioniert, möchte Nordost jedoch nicht verraten.


Der Testablauf

Der Hersteller gibt an, dass die Verbesserungen sofort nach dem Einstecken deutlich hörbar wären. Die Unterschiede konnte ich somit in sehr kurzen Zeitabständen hören. Um nicht bereits gute Ergebnisse einer hochwertigen Stromversorgung mit den Eigenschaften der Abschlussstecker zu vermischen, entschied ich mich dazu eine handelsübliche Stromleiste aus einem Baumarkt zu verwenden. Der Vertrieb hatte uns je zwei Exemplare der QK1 und QV2 zugesandt. In mehreren Sitzungen führte ich Tests mit Phono- und Hochpegelgeräten durch und verwendete die Abschlussstecker dabei immer paarweise.


Phono trocken

Für den ersten Durchlauf verwendete ich die außergewöhnlich gute Schallplattenproduktion der "Seven Samurai". Der Filmmusik von Akira Kurosawas cineastischen Meisterwerks, erschienen auf Varese Sarabande STV 81142.

Nordost Qk1 und Qv2

Zunächst hörte ich mir diese Schallplatte ohne die QRT-Stecker an. Aus der Mitte ertönte eine allmählich lauter werdende Pauke. Im weiteren Verlauf der heiteren Komposition erklang eine bunte Mischung verschiedener Blas- und Streichinstrumente, wie auch ein kleiner Männerchor. Zunächst gefielen mir Musik und Reproduktionsqualität ganz gut. Doch schon bald erzeugte das Gehörte eine Kette an Gedanken. Die innere Unruhe steigerte sich vor allem dann, wenn immer mehr Musiker gleichzeitig spielten und dabei lauter wurden. Später setzte noch eine Piccoloflöte ein, die mich zunächst einen falschen kausalen Zusammenhang herstellen lies. Denn ich fragte mich, wer wohl diese Flöte erfunden haben mag? Sie drängte sich unangenehm auf, war schrill und erzeugte im Ohr ein lästiges Vibrieren. Spätere Gedanken beim Hören erzeugten Vorstellungen davon aufstehen zu wollen, um die Lautstärke zu reduzieren oder ein ruhigeres Stück aufzulegen.


QK1 & Phono

Ich fasste den Verstärker nicht an und hob lediglich nur die Nadel aus der Rille und steckte anschließend zwei QK1 in die Stromleiste. Mit einem lauten Geräusch fand die Nadel wieder zum Anfang der Rille zurück. Und obwohl es zu Beginn noch sehr ruhig und die Pauke kaum zu vernehmen war, fielen mir sofort die ersten positiven Veränderungen auf. Denn was gerade beim Plattenspieler ins Gewicht fiel, war, dass das Rauschen weniger wurde. Was dann folgte, als sich die Musik begann immer weiter zu entfalten, erzeugte eine große Flut an neuen Eindrücken, die ich für den ersten Moment noch gar nicht sortieren konnte.

Was mir zunächst auffiel, war, dass ohne die QK1, Atem- wie auch Griffgeräusche ohne jeden Bezug zu ihren Verursachern standen. Plötzlich erschienen sie nun, mit ihren Erzeugern, als ein geschlossenes Ganzes. Das Tieftonfundament gewann in großem Maße an Plastizität und Raumausdehnung. Im Allgemeinen profitierte die Nachvollziehbarkeit der räumlichen Verhältnisse. Der Schall, der sich verbreitete, lies selbst die kleinsten Positionsunterschiede der einzelnen Aufführenden leichter vernehmen.

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Doch es kam noch heftiger. Denn noch nie habe ich es erlebt, dass ein Produkt außerhalb des Signalwegs, eine solche Steigerung der Details ermöglichte. Es kamen mir Klänge zu Gehör, die ich beim besten Willen ohne die Stecker nicht hören konnte. Die Zusammenhänge des Geschehens wurden nun viel klarer dargestellt, da das gesamte Klangbild plötzlich in seinem Fokus sprang. Der tonale Kontrast der Instrumente steigerte sich derart, dass die Unterschiede, beispielsweise zwischen einer Geige und einem Blechblasinstrument, viel deutlicher wurden. Die typischen klanglichen Eigenschaften der Tonerzeuger präsentierten sich somit in großer Deutlichkeit. Selbst an lauten Stellen, wenn viele Musiker gleichzeitig spielten, kam keine verwaschene Vermischung der Klänge mehr auf. Wenn man sich auf einzelne Instrumente konzentrierte, zeichneten sie sich stärker von allen anderen ab. Das Klanggeschehen wirkte viel kontrollierter. Die Klänge entfalteten ihre Kraft ohne jede Verzerrung oder Störung.

Die Piccoloflöte begann ich nun völlig neu kennenzulernen. Plötzlich machte sie mir nicht nur Spaß, sondern riss mich emotional mit und erschien mir als ein äußerst gelungenes Instrument, wie auch als einzige Wahl für das entsprechende Element der Komposition. Es stellte sich ein leichtes, entspanntes und gedankenfreies Hören ein. Ich konnte die Luft des Konzertsaales förmlich atmen. Kleinste und feinste Klänge drangen zu Gehör und plötzlich entwickelte sich das Erlebte zu einer einzigen Seelenmassage. Im Allgemeinen ergab sich eine drastische Steigerung des Realismus.


QV2 & Phono

Beide Produkte ähnelten sich sehr stark in den Ergebnissen, gehen aber durch ihren unterschiedlichen Aufbau und Wirkungsweisen verschiedene Wege. Es wird also im gesetzten Fall von der Anlage abhängen, mit welchen der beiden Produkte sie besser harmoniert. Der Vertrieb gibt an, dass es die Möglichkeit gibt, sich beim Händler Exemplare auszuleihen.

In meinem Falle profitierte der Klang im Vergleich zu den beiden QK1 auf verschiedene Weise. Zum Beispiel gewann die Darstellung des Tieftonbereichs etwas mehr an Präsenz. Es stellte sich eine leichte Steigerung des tonalen Kontrastes ein. Der Realismus schien noch etwas überzeugender zu werden. Die Abbildungsschärfe ermöglichte erneut wieder eine große Flut an Details. Hörspaß und Entspannung stellten sich ebenfalls wieder ein. Doch im Allgemeinen zeigten sich bei den beiden QV2 weitestgehend sehr ähnliche Eigenschaften wie bei den QK1.


QK1 & QV2 & Phono

Der Hersteller gibt an, dass sich die Abschlussstecker in ihren Ergebnissen steigern, wenn man sie vermehrt oder auch in Kombination mit weiteren QRT-Produkten anwendet. Darauf war ich natürlich sehr gespannt und brachte als Nächstes nun alle QK1 und QV2 zum Einsatz.

Zunächst machte ich mir keine großen Hoffnungen, dass sich das Ganze noch großartig verbessern könnte. Doch was ich dann erlebte, war ein wahrer Tsunami an Eindrücken, die das Ergebnis in ungeahnte Höhen zu steigern wusste. Schlagartig drangen noch viel mehr Details zu Gehör. Nur um das nicht falsch zu verstehen, es war nicht so, dass man von diesen dann überwältigt wurde und das ganze Geschehen sich zu einem rein technisch-analytischen Prozess degradierte. Ganz im Gegenteil bekam die Musik dadurch eine Natürlichkeit, die ich schlicht von einer Anlage niemals erwarten würde.

Der Kontrast der unterschiedlichen Klänge wurde noch viel weiter erhöht und somit steigerte sich drastisch ihre Unterscheidbarkeit. Der Realismus gewann ebenso wie die Natürlichkeit, Leichtigkeit und Mühelosigkeit. Nichts erschien mehr angestrengt, nervös oder irgendwie technischer Natur zu sein. Ich konnte kaum glauben, was ich die ganze Zeit über hörte und vor allem was die Anlage zu leisten imstande war. Hören und Empfinden sprangen plötzlich in einem natürlich wirkenden und in sich geschlossenen Prozess und das, obwohl ich nicht vor einem Orchester, sondern vor einer Anlage saß. Die Motivationen sowohl der Komponisten wie auch der Aufführenden transportierte sich plötzlich viel deutlicher. Es schloss sich ein Kreis zwischen mir und all den Personen, die an diesen Produktionen direkt oder indirekt beteiligt waren. Die Musik ging mir auf angenehmste Weise direkt durch Mark und Bein und setzte eine kraftvolle Energie frei, die mich durchdrang und mitriss.


QK1 & CD

Nordost Qk1 und Qv2

Bei einer Hochpegelquelle zeigte sich hingegen ein völlig anderes Verhalten. Der von der Redaktion zur Verfügung gestellte getunte Sony XA50ES schien viel intensiver von den beiden QK1 zu profitieren als mein Plattenspieler. Doch es wird sich noch zeigen, das diese Wahrnehmung an Bedingungen geknüpft ist. Denn zwischen beiden Gerätegattungen existieren sehr große Unterschiede. Der Klang wirkte sich sehr viel gewaltiger aus und riss mich wesentlich intensiver mit, im Vergleich zu einem Einsatz ohne die QRT-Stecker am CD-Player. Die Plastizität nahm ebenso zu, wie auch die Wahrnehmung, wie sich die Klänge durch den Raum bewegten.

Im Großen und Ganzen stellten sich jedoch die gleichen Ergebnisse wie beim Plattenspieler ein, markierten, wie wir später noch feststellen werden, aber deutlich die Unterschiede zwischen diesen beiden Technologien. Der tonale Kontrast, und damit die Unterscheidbarkeit von Instrumenten, wurde stark erhöht. Auch hier sprang die Abbildungsschärfe in den Fokus und plötzlich drangen sehr viele Details zu Gehör. Alles wirkte konturierter, die Plastizität nahm zu, wie auch die Lokalisation und die Dreidimensionalität. Synthetische Klänge bekamen mehr Körperlichkeit. Die Aufführenden gewannen an Unterscheidbarkeit und Durchsetzungsvermögen. Doch im Prinzip sind alle Verbesserungen, die ich bereits im Phonobereich beschrieben habe, auch beim CD-Player zu vermerken.


QV2 & CD

Gleich zu Beginn fiel auf, dass die Unterschiede beim Plattenspieler zwischen beiden Produkten ebenfalls nicht sehr groß, aber deutlicher ausfielen als beim CD-Player. Beim CD-Player waren die Unterschiede scheinbar auch vorhanden, aber höchstens in Nuancen wahrnehmbar. Auch hierbei wäre es ratsam, die QRT-Produkte leihweise zu probieren. Denn das muss sich nicht zwingend bei jeder Anlage so ergeben.


QK1 & QV2 & CD

Bei diesem Test hatte ich erneut eine Erwartung, die sich nicht erfüllte. Beim Phonotest dachte ich noch, dass sich das Ganze kaum noch steigern ließe, und wurde vom Gegenteil regelrecht mitgerissen, als ich alle vier QRT-Stecker einsetzte. Beim CD-Player erhoffte ich mir ein ähnliches Ergebnis, das sich doch leider nicht einstellen wollte. Denn der gemeinsame Betrieb von allen vier QRT-Steckern brachte beim CD-Player keinen nennenswerten Unterschied zum Betrieb von jeweils nur zwei der Stecker. Bei einem kurzen Gespräch mit Herrn Proske, dem Leiter des Nordost Vertriebs Connect-Audio, sprachen wir darüber, wie es zu den unterschiedlichen Ergebnissen zwischen dem Phono- und Hochpegelbereich gekommen sein mag.

Einer der Gründe dafür könnte mit dem Umstand verbunden sein, dass ein Phonosignal extrem viel kleiner ist, als das eines Hochpegelgeräts. Die Verstärkung ist dem entsprechend auch um Vielfaches höher und könnte der Grund sein, weswegen der Phonoteil empfindlicher auf den vermehrten Einsatz der QRT-Stecker reagierte. Fest steht jedenfalls, dass sich das Ergebnis, das sich bei mir einstellte, bei anderen Anlagen trotzdem anders präsentieren könnte.


Fazit

Wer Besitzer einer Anlage ist, die bereits eine sehr gute Wiedergabequalität ermöglicht, aber doch irgendwie unzufrieden ist und schon mit dem Gedanken spielt, sich etwas Neues anzuschaffen, sollte vorher einmal diese Produkte von Nordost probieren. Denn so wie es sich für mich eindeutig herausstellte generierte meine Anlage die ganze Zeit schon einen außergewöhnlich guten Klang, der aber nicht zu Gehör dringen konnte. Dass was ich mit diesen Produkten von Nordost erlebte, hat alles übertroffen und mir ein Ergebnis geliefert, dass ich bislang für unmöglich hielt. Die Zusammensetzung der Anlage wird dafür maßgeblich sein. Doch unabhängig von der Vorliebe, entweder für Phono- oder für Hochpegelgeräte so könnte es sein, dass ihre Anlage sie mit einem außergewöhnlich guten Klang überraschen könnte, der die ganze Zeit über im Verborgenem blieb.


Der Preis


Bez.BeschreibungStückpreis
QK1AC Load Resonating Coil275,00 Euro
QV2AC Line Harmonizer375,00 Euro
Stand: 01.03.2015


Vertrieb

Connect Audio Vertrieb GmbH
Zum Hasenberg 4
35415 Pohlheim
E-Mail: info@connectaudio.de
Web: www.connectaudio.de
www.connectaudio.de/nordost