Efuse Powerbar Connect 6, Power Cable und Kupferstift – HiFi-Test

EFUSE Powerbar mit optionalen EFUSE Netzkabel
EFUSE Powerbar mit optionalen EFUSE Netzkabel | Bild: Daniel Plaßmann

Dass die Feinsicherung in HiFi-Geräten den Klang beeinflusst, gilt mittlerweile als ausgemacht. Efuse setzt dem Ganzen jedoch die Krone auf: Was das Testtrio aus Netzkabel, Steckerleiste und massivem Kupferstift an Klangsteigerung ermöglicht, lässt nur beim Hörer die Sicherung durchbrennen – die Geräte dagegen sind besser geschützt als zuvor.

Normalerweise beginnt ein Test bei mir so: Ich höre noch mal in meine Lieblingsstücke in bewährter Anlagenkonfiguration rein, integriere dann das Testmaterial und lausche, ob sich der Klang durch den Umbau in irgendeiner Form verändert hat. Das hat sich gut bewährt, auch wenn es manchmal nötig ist, noch ein paar Mal zwischen bewährter und neuer Konfiguration hin und her zu wechseln, bevor ich mir ein abschließendes Urteil erlauben kann.

Dieses Mal jedoch lief es anders: Die Zustellung des Testmaterials hatte sich etwas verzögert, diverse Termine meinerseits hatten zu einem weiteren Aufschub geführt – und nun hatte ich endlich einen freien Sonntag und zugegebenermaßen wenig Lust, ihn in meinem Hörraum zu verbringen. Aber die Pflicht rief dann doch laut genug, sodass ich mir dachte: Ok, schließ einfach mal alles an und hör kurz rein, vielleicht lässt sich ja auch auf direktem Weg schon ein Unterschied ausmachen.

EFUSE Powerbar mit EFUSE Netzkabel
EFUSE Powerbar mit EFUSE Netzkabel | Bild: Daniel Plaßmann

Die Produkte

Zuerst stellte ich den Powerbar auf. Entsprechend seinem Modellnamen „Connect 6“ bietet er sechs Steckplätze, von denen zwei mit speziellen Filtern für Digitalgeräte ausgestattet sind. Diese beiden Steckplätze sind mit gelben Punkten am rechten Anschluss (Phase) der Steckdosen markiert, die übrigen vier Steckdosen sind dort jeweils mit einem roten Punkt versehen. Die Filter sollen verhindern, dass sich hochfrequente Störungen der Digitalgeräte über die Steckerleiste auf andere Geräte übertragen können. Da ich nur einen CD-Player habe, bei dem sich die Sicherung problemlos wechseln lässt, schließe ich diesen an eine rot-markierte und somit ungefilterte Steckdose an – weniger ist bekanntlich oft mehr.

Der Powerbar in der getesteten „Connect“-Version hat an der rechten Stirnseite eine Kaltgerätebuchse zum Anschluss eines beliebigen Netzkabels. Hier schließe ich das separat erhältliche Efuse Power Cable an – ein gut geschirmtes Kabel mit hochwertigen Steckern. Wer bereits im Besitz eines guten Netzkabels ist und dieses beibehalten will, liegt mit dieser Version also richtig. In der „Cable“-Version ist der Powerbar aber auch mit fest integriertem Netzkabel in ebenfalls hochwertiger Qualität erhältlich.

Im Powerbar befinden sich massive, vergoldete Kupferschienen, an denen die Steckplätze sternförmig angeschlossen sind. Dadurch wird der Strom laut Hersteller optimal auf alle Steckplätze gleichermaßen verteilt. Bis auf die Digitalsteckplätze sind somit alle Steckdosen gleichwertig, wodurch das lästige Ausprobieren der optimalen Steckplatzposition entfällt.

Die Steckerleiste besitzt zudem eine Einschaltstrombegrenzung, um vor allem die großen Elkos von leistungsstarken (End-)Verstärkern vor der sonst üblichen schlagartigen „Befüllung“ und den damit verbundenen Stromspitzen zu schützen und dadurch die Lebensdauer der angeschlossenen Geräte zu verlängern. Auch ein integrierter Überspannungsschutz und ein Eingangsentstörfilter sind mit an Bord. Und eine Polklemme als Masseanschluss, um beispielsweise einen Plattenspieler zu erden.

Efuse Powerbar Connect 6, Power Cable und Kupferstift - HiFi-Test
Drehschalter für Strombegrenzung | Bild: Daniel Plaßmann

An der linken Stirnseite der Leiste befindet sich ein kleiner Drehschalter, um die Abschaltschwelle einzustellen. Hierbei gilt, dass die Stufe so niedrig wie möglich gewählt werden sollte, ohne dass der Powerbar anspricht und die Stromzufuhr unterbricht. Falls es doch passiert und die kleine LED unterhalb der Kaltgerätebuchse rot statt grün leuchtet, schaltet man das angeschlossene Gerät am besten aus und wartet fünf Minuten, damit sich die Einschaltstrombegrenzung des Powerbar „erholen“ kann. In dieser Zeit stellt man den Wert mithilfe des Drehschalters eine halbe Stufe höher, beispielsweise von 2 auf 3 wie in meinem Fall mit dem Naim CD-Player. Anschließend drückt man den kleinen Resetknopf direkt neben der LED. Die Leiste ist nun wieder in Betrieb, das angeschlossene Gerät kann wieder eingeschaltet werden. Wenn es nun läuft: gut. Falls nicht, muss der Vorgang wiederholt werden.

Efuse Powerbar Connect 6, Power Cable und Kupferstift - HiFi-Test
Phasenindikation und Powerbutton | Bild: Daniel Plaßmann

Das Einschalten erfolgt über den Powerbutton rechts neben den Steckplätzen. Er leuchtet im Standby-Modus nur schwach, im Power-Modus strahlend blau. Links daneben befindet sich noch die Phasenindikatorlampe, die nicht leuchten sollte. Tut sie es doch, ist der Powerbar phasenverkehrt ans Stromnetz angeschlossen.

Bevor ich allerdings den Powerbar tatsächlich unter Strom setze, muss ich noch den wichtigsten Umbauschritt vornehmen: die Feinsicherung des CD-Players gegen einen der mitgelieferten massiven Kupferstifte austauschen. Das geht beim Naim CD5si innerhalb weniger Sekunden: Neben der Kaltgerätebuchse auf der Rückseite des Geräts befindet sich ein ausziehbares Fach, in das die Sicherung bzw. der Kupferstift eingeklemmt wird. Wieder zudrücken, fertig!

Efuse Powerbar Connect 6, Power Cable und Kupferstift - HiFi-Test
Herkömmliche Feinsicherung vs. massiver Kupferstift | Bild: Daniel Plaßmann

Die Wirkungsweise

Zur Wirkungsweise braucht nicht viel gesagt werden: In normalen Feinsicherungen befindet sich ein hauchdünner Draht, durch den sich der Strom, der ein Gerät betreiben soll, „quetschen“ muss. Da aus dem zugeführten Strom schlussendlich das Klangsignal erzeugt wird, leuchtet es ein, dass dieser „Flaschenhals“ einem bestmöglichen Klangerlebnis nicht gerade zuträglich ist.

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Durch den massiven vergoldeten und anschließend rhodinierten Kupferstift, der die Sicherung ersetzt, wird dieses Problem aus der Welt geschafft. Die Sicherungsfunktion übernimmt nun der Efuse-Powerbar – und das sogar besser als die Feinsicherung. Die hat nämlich noch einen anderen Nachteil: Sie muss erst beim 10-fachen ihres Nennstroms ansprechen (bei einer 1A-Sicherung also erst bei 10 Ampere). Dafür hat sie laut DIN bis zu 0,2 Sekunden Zeit.

Viel zu lange, um ein Gerät sicher vor Beschädigung zu schützen. Es kann sogar sein, dass z.B. der doppelte oder dreifache Nennstrom für eine sehr lange Zeit (>15min) fließt, ohne dass die Feinsicherung auslöst. Der Efuse-Powerbar reagiert standardmässig in 0,1s – und vor allem bei einer viel niedrigeren Stromstärke, die sich über den beschriebenen Drehschalter individuell einstellen lässt. Die Efuse besitzt sogar eine gewisse Intelligenz: sie reagiert bei großen Stromstärken immer schneller, bis hin zu einem Minimalwert von 5ms.

EFUSE 6-Fach Powerbar
EFUSE 6-Fach Powerbar mit Kaltgerätebuchse für Netzkabel | Bild: Daniel Plaßmann

Der Höreindruck

Wie gesagt: Ich wollte nur mal schnell reinhören, ob ich ohne direkten Vorher-nachher-Vergleich einen Unterschied höre. Die Frage hatte sich nach wenigen Sekunden geklärt: Ja, und zwar deutlich. Im Player drehte sich die Scheibe „Love Me Tender“ von Barb Jungr (Linn Records, 2005), Track 11 „Tomorrow is a Long Time“ – und alleine der Raum, der sich mit den ersten Tönen auftat, war so viel größer, schärfer umrissen und von ungehörten Details durchflutet, dass ich den Test direkt hätte beenden können. Es klang aber so gut, dass ich einfach weiterhören musste – und in jedem Stück neue Details entdeckte. Das allein war schon erstaunlich genug, aber all die Details waren zudem noch eingebettet in eine deutlich verbesserte Grundstimmung: klar, glänzend, groß, dynamisch, extrem realistisch.

Ein paar Beispiele: Beim ersten Track „Love Letters“ klang das Cello in der Mitte des Stücks wunderbar sonor, hölzern und greifbar. Beim folgenden Track „Heartbreak Hotel“ waren die Verzerrungs- und Delayeffekte bei den einzelnen Textzeilen deutlich klarer und detailreicher. Zudem konnte ich bei den Soloteilen der Harfe förmlich sehen, wie die Saiten angezupft wurden, um in unzähligen Variationen auszuschwingen. Bei Track 3 „Long Black Limousine“ begeisterten mich vor allem die wehleidigen Stimmen im Abspann, die mit einem deutlichen Plus an Emotionalität aus dem Hintergrund tönten. Und beim eingangs genannten elften Track fielen mir zum ersten Mal bewusst die Geräusche der Klavierpedale auf, vor allem in der zweiten Strophe.

Ich wechselte zur CD „Meines Herzens Weide“ – Motetten von Bach, dargeboten vom britischen Ensemble „Trinity Baroque“ (Raumklang, 2007). Mein Lieblingsstück „Komm, Jesu, komm“ (BWV 229) beginnt mit drei einzelnen „Komm“-Ausrufen, die in der Weite der St.-Wenzel-Kirche zu Naumburg verhallen – und allein das war schon ein unglaublicher Genuss, weil die Größe der Kirche für mich noch nie zuvor so gut nachvollziehbar gewesen ist. Zudem konnte ich durch den Zugewinn an Klarheit die Melodien jeder einzelnen Chorstimme mühelos auch an den komplexen Stellen verfolgen. Und die berühmte Orgel der Kirche, die bei den Aufnahmen stets im Hintergrund bleibt, klang eine Spur echter und deutlicher und gab mehr Details ihrer mechanischen Geräusche preis.

Die gesteigerte Dynamik zeigte sich dann bei Beethovens Ouvertüre „Coriolan“, eingespielt vom Kammerorchester Basel unter der Leitung von Giovanni Antonini (Sony Music, 2015). Auch hier begeisterte zunächst der Hall nach dem zweiten, vierten, sechsten Ton des Hauptthemas und zeichnete die Größe des Aufnahmeorts, der Philharmonie Luxembourg, originalgetreu nach. Die Durchhörbarkeit der gesamten Aufnahme war höher, einzelne Instrumente/Instrumentengruppen ließen sich problemlos aus der Gesamtheit heraushören, die Atemzüge des Dirigenten waren in den leisen Passagen so deutlich, als stünde er bei mir im Raum. Vor allem aber überzeugten der schnelle Antritt, die Strahlkraft der Bläser und das Tutti am Ende mit einem ungeheuren Spaßfaktor.

Natürlich habe ich ganz am Ende alles zurückgebaut und mir die CDs mit dem Player und seiner Standard-Feinsicherung angehört. Spaß gemacht hat das allerdings nicht …

EFUSE Steckerleiste mit Filter
Die gefilterten Steckdosen sind mit einem gelben Punk versehen | Bild: Daniel Plaßmann

Das Fazit

So konsequent wie Efuse geht zurzeit wohl kein anderer Hersteller das Thema Stromversorgung an. Das Ergebnis rechtfertigt allerdings den hohen Aufwand – und den Preis. Die Klangsteigerung ist deutlich und durch das Plus an Details für jeden Musikliebhaber ein Must-have. Klare Empfehlung!

Der Preis

Die getestete 6er-Leiste ohne integriertes Netzkabel kostet 2.500 Euro. Alternativ gibt eine 8er- und eine 10-er-Leiste für 2.700 bzw. 2.900 Euro. Mit integriertem Netzkabel kosten die Leisten jeweils 200 Euro mehr. Das separate Netzkabel mit einer Länge von 1,5 Metern liegt bei 580 Euro. Ein Kupferstift kostet knapp 40 Euro.

Der Hersteller

EFUSE GmbH
Grünewalder Str. 29–31
D-42657 Solingen
Telefon: +49 212 2494955
Mail: info@efuse.de
Web: www.efuse.net

Die Testanlage

  • Amplifier Devialet 120
  • Player Naim CD5si
  • Speaker Duetta (modifiziert)
  • NF-Cable Aircell 7 mit WBT-NextGen
  • LS-Cable NovaPad Lautsprecherkabel
  • AC-Cable Amp VOVOX Textura Netzkabel 1,8 m

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