in-akustik Referenz Power Station AC-3500P – HiFi Test

inakustik Powerstation Front
Frontseite | Bild: Karl Belkner

Out of the dark

Keine Sorge: Dies wird kein verspäteter Nachruf auf Falco. Der Songtitel bringt einfach nur auf den Punkt, was der Netzfilter von in-akustik besonders gut kann: feinste akustische „Lichtblitze“ vor pechschwarzem Hintergrund hörbar machen. Und das ist noch nicht alles …

Ein schöneres Geschenk hätte mir selbst der Weihnachtsmann nicht machen können: Kurz vor dem Fest schlägt bei mir neues Testmaterial auf – ein Netzfilter, so viel wusste ich, da ich genau das auf meinen Testwunschzettel geschrieben hatte. Was mir nicht klar war: Die in-akustik Referenz Power Station AC-3500P ist das Fort Knox unter den Netzfiltern. Entsprechend groß war das Paket, in dem sie geliefert worden war. Und entsprechend groß waren auch meine Augen, als ich sie auspackte und in meinen Testraum trug – knapp 13 Kilo … das Hanteltraining hatte sich an diesem Tag somit erledigt.

Produkt und Wirkungsweise

13 Kilo für einen Netzfilter? Was ist denn da bitte alles drin? Nicht viel, wie Fotos des Inneren verraten. Lediglich eine kleine grüne Platine in der Mitte und Kabel nach vorne zum Power-Schalter und nach hinten zur Stromzufuhr und den sechs Anschlussmöglichkeiten in Form von High-End-Schuko-Steckdosen. Alles sehr sauber aufgebaut, aber ganz sicher nicht schwer. Das Gewicht stammt alleine vom Drumherum, dem Fort sozusagen. Das besteht nämlich aus einer massiven Aluminiumfront und jeder Menge Stahl im Boden. Wer seine Steckerleiste bereits vom Fußboden entkoppelt und sich über den Effekt gewundert hat, weiß, wie wichtig auch beim Thema Stromversorgung die Vermeidung von Mikrofonie ist. Bei der Power Station ist sie so gut wie ausgeschlossen, im wahrsten Sinne des Wortes.

Aber auch die kleine grüne Platine samt Verdrahtung hat es in sich. Hier werkeln nämlich anders als bei vielen anderen Netzfiltern keine seriellen Schaltungen, die zwar den Strom filtern, gleichzeitig aber auch oft genug die Dynamik ausbremsen, sondern Parallel-Filter. Diese sind laut in-akustik speziell für audiophile Ansprüche abgestimmt und gleichzeitig hoch effizient: Störende Einflüsse sowohl aus dem Stromnetz als auch von den angeschlossenen HiFi-Geräten leitet die Power Station einfach ab, ohne die Energieversorgung – und somit schlussendlich die Dynamik des Musiksignals – einzuschränken.

Insgesamt kann die Power Station bis zu 16 Ampere gereinigten Strom bereitstellen, was einer maximalen Anschlussleistung von 3.680 Watt entspricht. Ein Überspannungsschutz zur Sicherheit für die angeschlossenen Geräte ist auch mit an Bord. Sich selbst versorgt die AC-3500P über ein austauschbares Kabel mit einem sogenannten IEC-C20-Stecker für die Hochstrom-Netzanschlussdose mit Energie.

Netzanschlussbuchse für separates Netzkabel
Netzanschlussbuchse für separates Netzkabel mit IEC-C20-Stecker | Bild: Daniel Plaßmann

Der Höreindruck

Über den Sinn oder Unsinn von guter Stromversorgung im HiFi-Bereich muss ich wohl kein Wort mehr verlieren. Dafür habe ich bereits genug Netzkabel getestet, um zu wissen, dass hier zwar keine Wunder zu erwarten sind, aber eben doch ein kleiner feiner Klangzugewinn möglich ist.

Wenn es doch mit der in-akustik Power Station auch so einfach gewesen wäre. Aber es ist ja auch immer wieder schön, als Tester überrascht zu werden. In diesem Fall sogar doppelt.

Aber der Reihe nach. Da ich meine Musik ausschließlich vom Laptop (im Akkubetrieb) auf meinen Devialet-Verstärker streame – und das kabellos mithilfe eines Apple AirPorts –, schließe ich zunächst nur den Verstärker an die Power Station an. Da es sich bei dem Devialet um einen Digitalverstärker handelt und meiner Erfahrung nach digitale Geräte oft „anfälliger“ für eine gute Stromversorgung sind, bin ich gespannt, was passiert.

Das erste, was sofort auffällt, nenne ich mal den Scharfzeichner. Wer mit Bildbearbeitungsprogrammen arbeitet, kennt diesen Filter vielleicht: Sind die Konturen von Gegenständen oder Personen etwas verwaschen, einfach anwenden und schon herrscht „klare Kante“. Genau das macht die Power Station mit allen Instrumenten und Stimmen. In diesem Fall mit Adele und ihrem „Water under the bridge“ vom superb aufgenommen Album „25“ (gerippt von CD, Ausgabe 24 bit/88,2 kHz). Das fällt bereits bei den ersten Takten dieses räumlich groß abgemischten Songs auf und verstärkt sich, je komplexer die Orchestrierung beziehungsweise die Synthezisereffekte während der vier Minuten werden. Adele selbst rückt einen halben Schritt weiter nach vorne, Bass, Klavier und die Keyboards sind fest umrissen, die Backgroundstimmen, die im letzten Refrain sozusagen dreigeteilt agieren, haben alle ihren eigenen Platz, bei den Drums ist jeder Schlag auf den Punkt. Dazu der Hall, der von der Scharfzeichnung besonders profitiert, weil er die Bühne noch größer erscheinen lässt, als ich sie bisher gewohnt war.

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Blaulicht im eingeschalteten Zustand
Blaulicht im eingeschalteten Zustand | Bild: Daniel Plaßmann

Dieser Hang zur Scharfzeichnung und der damit einhergehenden besseren Ordnung tritt noch eindrucksvoller bei großen Chören zu Tage, beispielsweise bei „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“ aus Haydns „Schöpfung“ (William Christie & Les Arts Florissants, Virgin Classics (EMI), 2007, gerippt von CD, Ausgabe 24 bit/88,2 kHz). Hier sind die vier Stimmlagen plötzlich so sauber getrennt und auch räumlich so überzeugend nebeneinander platziert, dass ich einfach nur staunend dasitze und mich freue.

Der zweite Effekt, den die Power Station bewirkt, ist allerdings noch beeindruckender – und damit komme ich auf Falco zurück: „Out of the dark and into the light“. Die AC-3500P erzeugt nämlich einen tiefschwarzen Hintergrund, vor dem sich die Musik abspielt, wahrscheinlich durch die Ruhe, die sie ins Klanggeschehen bringt. Und aus diesem Schwarz tauchen nun mit einer bislang ungekannten Deutlichkeit feinste Töne in absoluter Klarheit auf.

Besonders schön lässt sich das zum Beispiel bei Barb Jungrs Elvis-Cover „Heartbreak Hotel“ vom Album „Love me tender“ beobachten (FLAC, 24 bit/96 kHz). Abgesehen von den ganzen Effekten, die auch hier viel schärfer umrissen sind, aber eben auch viel länger mit neuen Nuancen nachklingen, ist besonders das Harfen-Solo ab 1:52 Min. mehr als beeindruckend. Ich höre nun tatsächlich, wie unterschiedlich die Finger an den Saiten zupfen, die Töne selbst sind an Klarheit kaum zu überbieten.

Das absolute Highlight ist jedoch Bachs „Toccata und Fuge in d-Moll (BWV 565)“, eingespielt von Cameron Carpenter auf seinem Album „Revolutionary“ (gerippt von CD, Ausgabe 24 bit/88,2 kHz). Hier habe ich die Lautstärke so eingestellt, dass ich bei der leisesten Passage in den Sekunden vor 4:30 Min. die Orgelpfeifen im Hintergrund gerade noch so wahrnehmen kann – aber wie! Je leiser die Töne, umso beeindruckender die Atmo (Orgelgebläse und Kirchenraum) vor dem schwarzen Hintergrund. Und umso klanggewaltiger die Feinheiten, die plötzlich aus und rund um die weit entfernten Pfeifen zu hören sind. Ein absoluter Hochgenuss!

Ich will mehr und schließe nun auch den AirPort an die Power Station. Immerhin muss er das Signal empfangen und weiterleiten, das dem Verstärker als Input für die Musikerzeugung dient – und tatsächlich ist auch hier eine Klangsteigerung hörbar. Nicht ganz so deutlich wie beim Verstärker, aber deutlich genug mit einem weiteren Plus an Schärfe und Detailreichtum. Also gehe ich auch den letzten mir möglichen Schritt: Ich aktiviere meinen alten Pioneer PD-77-CD-Player, schließe ihn mit einem optischen Digitalkabel an den Devialet, sodass er nur als auslesendes Laufwerk dient – und teste seine Klangleistung einmal mit Unterstützung der Power Station und einmal ohne. Das Ergebnis: Genauso umwerfend wie beim Verstärker. Beide Digitalgeräte klingen übrigens mit verkehrter Phase besser als richtig gepolt – ein wohl recht üblicher Umstand, wie ich kürzlich in einem Gespräch mit Arno Selker von creaktiv erfahren habe.

Das Fazit

Wer hätte gedacht, dass in einem Netzfilter so viel Potenzial zur Klangsteigerung stecken kann? Eine klare Kaufempfehlung für alle, die aus ihrer Anlage tatsächlich noch das Allerletzte herausholen wollen – hier bekommen sie es in umwerfender Qualität, klanglich und haptisch.

in-akustik Referenz Power Station AC-3500P - HiFi Test
6 HiFi-Komponenten können angeschlossen werden | Bild: Karl Belkner

Der Preis

Die in-akustik Referenz Power Station gibt es mit gebürsteter schwarz oder silbern eloxierter Aluminium-Front. Beide Varianten sind im Handel für je 1.590 Euro erhältlich. Händlersuche unter https://www.in-akustik.de/de/haendlersuche/

Kontakt

in-akustik GmbH & Co. KG
Untermatten 12 – 14
79282 Ballrechten-Dottingen
Telefon: +49 7634 5610 0
Telefax: +49 7634 5610 80
E-Mail: info@in-akustik.de

Testanlage

  • Amplifier Devialet 120
  • Computer Dell Studio 1749, Windows 10, JRiver Media Center 21
  • Player Pioneer PD-77
  • Speaker Duetta (modifiziert)
  • NF-Cable wireless (Streaming)
  • LS-Cable NovaPad Lautsprecherkabel
  • AC-Cable Amp VOVOX Textura Netzkabel 1,8 m
  • Gerätefüße NovaPads-plus

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