Audiophiles Silberkabel von NovaPad-audio – HiFi Test

HiFi-Test-NovaPad-Silber-Lautsprecherkabel

Lautsprecherkabel von NovaPad-audio

Die Stradivari unter den Lautsprecherkabeln

 

NovaPad-audio setzt bei seinen Lautsprecherkabeln auf spezielle Geigenlacke, um das komplette Klangspektrum so natürlich wie möglich zu transportieren. Das Ergebnis hätte wohl selbst dem bekanntesten Geigenbaumeister aller Zeiten gefallen.

 

Was Oliver Keller, Chefentwickler von NovaPad-audio, macht, das macht er richtig. Allein die Entwicklung der NovaPad-Absorber, die ich erstmals 2014 in der Plus-Version testen durfte, hat über zehn Jahre gedauert. Dass es sich gelohnt hat, wird wahrscheinlich jeder, der die Gerätefüße einmal „hören“ durfte, bestätigen. Ich jedenfalls war so begeistert, dass ich sie mir damals direkt nach dem Test gekauft habe und bis heute nutze.

 

Dass NovaPad-audio seit einigen Jahren auch Kabel anbietet – Lautsprecher-, NF- und XLR-Kabel –, ist jedoch komplett an mir vorbeigegangen. Umso erfreuter war ich, als ich hörte, dass ein Paket mit den NovaPad-Lautsprecherkabeln zu mir auf dem Weg sei. Bereits da war mir klar, dass es ein besonderer Test werden würde – denn wie bereits erwähnt: wenn, dann richtig. Doch meine hohen Erwartungen sollten nicht nur erfüllt, sondern bei weitem übertroffen werden. Kleiner Spoiler: Die Kabel sorgten in meinem Hörraum für eine klangliche Offenbarung. Aber der Reihe nach.

 

Das Produkt

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Aber als ich das Paket öffnete und das Kabel zum ersten Mal sah, war ich ehrlich gesagt etwas geschockt: Der weiße Baumwollschlauch, der das Kabel umgibt, erinnerte mich an eine Mullbinde – und passte so gar nicht zu meinen Vorstellungen eines hochwertigen Kabels.

 

Bei dem eigentlichen Kabel handelt es sich um ein Silberkabel, das kryogenisiert, also schockgefrostet wurde. Auf dem Silberkabel befindet sich eine hauchdünne – und speziell für diesen Zweck angemischte – Schicht Geigenlack. Drumherum eine Lage Papier und als äußerer Abschluss der besagte Schlauch aus ägyptischer Baumwolle. An den Enden sind die Kabel mit Bananensteckern konfektioniert, wahlweise ist das Kabel aber auch mit blanken Kabelenden erhältlich.

 

Die Laufrichtung hat Keller bei meinem Testexemplar sicherheitshalber mit schwarzem Filzer gekennzeichnet, ebenso Plus- und Minuspole. Aber keine Sorge: Bei gekauften Exemplaren ist dies nicht der Fall, hier sind nur kleine Aufkleber zu finden, die sich nach korrektem Anschluss restlos entfernen lassen.

 

 

HiFi-Test-NovaPad-Silber-Lautsprecherkabel

 

Die Wirkungsweise

Um halbwegs zu verstehen, was Keller hier geschaffen hat, muss man sich kurz bewusst machen, dass er eigentlich Geigenbauer werden wollte – und sich mit Streichinstrumenten und deren Reparatur so gut auskennt wie kaum ein anderer in Deutschland. Sein besonderes Augenmerk gilt dabei den Geigenlacken, da laut Keller erst der „richtige“ Lack einem Streichinstrument seinen ganz eigenen und besonderen Klang verleiht. Die Physik stößt bei diesem Thema (noch) an ihre Grenzen: Die Bestandteile der Geigenlacke, die Stradivari auf seine Instrumente auftrug, sind zwar mittlerweile bekannt, das Mischungsverhältnis ist jedoch weiterhin unklar. Und auch die Frage, ob – und wenn ja, wie – der Lack den Klang beeinflusst, bleibt aus wissenschaftlicher Sicht unbeantwortet. Trotzdem wird wohl kein Kenner bezweifeln, dass zumindest die gut erhaltenen (und restaurierten) Exemplare zu den besten Geigen der Welt gehören. Wen das Thema Geigenlack interessiert, findet hier weitere Infos.

 

Laut Keller beeinflusst der Lack den Klang einer Geige, indem er die Obertöne eines Tones verstärkt oder abschwächt und dadurch den Klang zum Beispiel schärfer oder „schneller“ macht. Entsprechend beeinflusst der Lack auch den Klang des Kabels: Genau wie das Holz einer Geige beim Spielen (gewollt) resoniert, bilden sich auch im Kabel bei der Signalübertragung (ungewollt) Resonanzen, die das Stromsignal – und damit den Klang – beeinflussen. Mit dem richtigen Lack lässt sich laut Keller das verwendete Silberkabel zum Beispiel im Hochtonbereich beruhigen und in den tiefen Lagen mobilisieren. Anders gesagt: Die Resonanzen, die im Kabel – und natürlich in jedem anderen Teil der Übertragungskette – ungewollt entstehen, werden so verändert, dass sie sich harmonisch ins Klanggeschehen mit seiner Vielzahl von gewollten Resonanzen einfügen.

 

Hier kommt ergänzend dann auch wieder die ägyptische Baumwolle ins Spiel. Auch sie ist laut Keller in der Lage, bestimmte Resonanzen auf natürliche Weise zu beruhigen. Dafür waren zwar unzählige Testreihen nötig, um zunächst das richtige Material und anschließend die genaue Menge an benötigter Baumwolle herauszufinden. Aber am Ende war Keller mit dem Ergebnis mehr als zufrieden – und seinem Ziel, die pure Musik zu übertragen, einen bedeutenden Schritt näher.

 

Allerdings: Die Kabel reagieren laut Keller empfindlich auf Smartphones und Computer sowie auf Schumann-Wellen-Generatoren, Klangschalen, Kristalle und viele weitere Tuning-Tools, die die Raumakustik verbessern sollen. Deshalb vor dem Probehören: raus damit! Und damit auch Bodenresonanzen keine Chance haben, das Kabel zu beeinflussen, liegen genügend Schaumstoffabsorber bei, die im Abstand von rund 40 Zentimetern unter dem Kabel platziert werden sollen.

 

Aber wie klingt das Ganze denn nun?

HiFi-Test-NovaPad-Silber-Lautsprecherkabel

 

Der Höreindruck

Ganz ehrlich: Ich hätte den Test nach den ersten fünf Takten von Kari Bremnes‘ „E du nord“ (FLAC, 24 bit/96 kHz) beenden können. Was da aus meinen Lautsprechern schallte, war schlicht und einfach eine Offenbarung.

Noch nie habe ich Musik so frei, natürlich und direkt gehört wie mit diesem Kabel. Mit so viel Größe und Würde, gleichzeitig aber auch mit einer ungekannten Leichtigkeit, weil alles fließt, zueinander passt, miteinander harmoniert. Dazu ein abgrundtiefer Bass, der mächtig und zugleich absolut präzise war und wohlig angenehm meine Magengrube massierte. Die Stimme so klar und ganz weit vorne auf der imaginären Bühne, dass ich fast nach der norwegischen Sängerin greifen konnte. Kurz: Ich war geschockt und begeistert zugleich, was mir bislang entgangen war – und nun erstmals hörbar wurde. Dass es immer noch Leute gibt, die bestreiten, dass Kabel einen Einfluss auf den Klang haben, ist vor dieser Erfahrung einfach unglaublich. Der Klangunterschied zu meinen eigenen Kabeln ist größer als jeder Gerätetausch, den ich in meinem Leben vorgenommen habe – von der Dimension her eher mit dem Wechsel zwischen verschiedenen Lautsprechern vergleichbar.

 

Natürlich habe ich den Test nicht beendet, sondern weitergehört. Alles andere wäre auch schön blöd gewesen: Jedes Stück, das ich laufen ließ, hat in der Summe vollkommen anders geklungen, als ich es in Erinnerung hatte – und mir im Detail akustische Einblicke gewährt, die bis dato einfach ungehört waren. Ein paar dieser Details als „Appetitanreger“:

 


 

Bei „Your very soul“ von Amy Duncan (FLAC, 24 bit/192 kHz) waren eingangs die regelmäßigen Tritte auf eines der Klavierpedale so deutlich und natürlich zu hören, dass das Instrument samt Pianist „sichtbar“ wurde. Das Highlight waren jedoch die beiden Cellos ab 1:11 Min., die zum ersten Mal nicht verloren links und rechts im Raum schwebten, sondern deutlich und vor allem völlig natürlich auf der Bühne standen.

 

 

 

 

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Jeff Buckley: Grace

Beim „Hallelujah“ von Jeff Buckley (FLAC, 24 bit/192 kHz), das er nur mit seiner Stimme und einer gezupften E-Gitarre gecovert hat, wurde eine Stimmung und Leibhaftigkeit zwischen den wenigen Tönen hörbar, die tatsächlich ein „Hallelujah!“ wert waren. Die Auflösung des Kabels ging hier so weit, dass ich bei 4:13 Min. zum ersten Mal die zwei Töne, die Buckley noch als kaum wahrnehmbar gehauchten Schlenker an dieses „Hallelujah“ dranhängt, bewusst gehört habe.

 

 

 


 

Norah Jones: Come away with me

Ebenfalls als FLAC mit 24 bit/192 kHz war nun „The long day is over“ von Norah Jones an der Reihe. Auch dieses Stück beeindruckte mit seiner sehr ruhigen, schlichten Instrumentierung: Die Gitarre, die ab 1:22 Min. ihr Solo beginnt und mit sehr viel Hall abgemischt ist, füllte den Raum wie nie zuvor, schwang so zart und feinfühlig nach, zwischendurch kleine Percussionwirbel mit ungehörten Klangfarben und einer umwerfenden Klarheit. So schön sollte jeder Tag ausklingen!

 

 

 

 


 

Bei „A whiter shade of pale“ in der Coverversion von Sara K. (von CD gerippt, Ausgabe mit 24 bit/88,2 kHz), die mich bislang nie wirklich emotional berührt hat, war das Akkordeon in den ersten Takten so plastisch, dass ich förmlich hören konnte, wie die Luft im Instrument zusammengepresst und wieder auseinandergezogen wurde. Schön auch, wie es im weiteren Verlauf die Stimme von Sara K. zu untermalen wusste – dezent im Hintergrund, nie vorlaut, aber immer präsent mit einigen spitzen Akzenten und verspielten Schnörkeln, die es zu einem Genuss machten, dem Akkordeonklang zu lauschen.

 

 

 

 


 

 

Beethoven Piano Sonatas

Die Mondscheinsonate von Beethoven kam dann noch in doppelter Ausführung zum Einsatz – und konnte in beiden Varianten überzeugen: Im Original mit Mari Kodama am Flügel (FLAC, 24 bit/96 kHz) hielt ich in den leisen Passagen ungewollt den Atem an, weil ich nichts von den feinen Anschlägen und vor allem von der Atmosphäre in der Stille zwischen den Tönen verpassen wollte. Noch beeindruckender war allerdings die „Cover-Version“ mit akustischer Gitarre und Kontrabass von der Audio „Bass Power“-CD (gerippt, Ausgabe mit 24 bit/88,2 kHz): Hier standen beide Instrumenten so glaubhaft bei mir im Hörraum, dass es die reinste Freude war. Der Bass war regelrecht am Singen, so echt waren die Schwingungen von Saiten und Holz bis in den tiefsten Basskeller hinab zu vernehmen. Die Gitarre so schön und unterschiedlich gezupft, dass ich die Hände von Gitarrist Laurindo Almeida auf den Saiten zu sehen glaubte.

 

Ich könnte meine Höreindrücke endlos fortsetzen, jedes Stück hatte Neues, Unerwartetes und Beeindruckendes zu bieten. Und vor allem: Je weniger zu hören war, umso mehr wurde hörbar: die Atmosphäre um die Musik herum, die mein Kabel einfach verschluckt (das – der Fairness halber – aber auch nur einen Bruchteil vom NovaPad-Kabel kostet).

 

Gibt es bei so viel Lob überhaupt Kritik? Jein. Das Kabel ist gnadenlos offen. Alles, wirklich alles, was im Musiksignal vorhanden ist, wird hörbar. Bei überragenden Aufnahmen kein Problem – im Gegenteil: In diesen Fällen tut sich ein unglaubliches Hörerlebnis auf. Auf der anderen Seite bedeutet das aber auch: Jede noch so kleine Schwäche wird gnadenlos aufgedeckt – Aufnahmen, die ich bislang für passabel gehalten habe, werden mit diesem Kabel unhörbar, weil sie zu einer Beleidigung für die Ohren werden. Wer auf solche Aufnahmen verzichten kann, erhält mit diesem Kabel die Stradivari unter den Lautsprecherkabeln. Und das zu einem Preis, der allen vermeintlichen Referenzkabelherstellern das Fürchten lehren dürfte.

 

 

Das Fazit

Unbedingt ausprobieren! Wer dieses Kabel gehört hat, wird sich nicht mehr mit weniger zufrieden geben. Suchtpotenzial zu einem Preis, für den andere Referenzkabelhersteller wahrscheinlich nicht einmal ein Einsteigermodell im Programm haben.

 

 

Der Preis

Ein Meter Kabel kostet 300 Euro, die Testversion (2x 3 m) entsprechend 1.800 Euro. Jedes Kabel wird auf Anfrage handgefertigt und kann gegen Aufpreis an spezielle Hörwünsche angepasst werden. Ein Testexemplar ist auf Anfrage kostenlos erhältlich.

 

 

Kontakt

NovaPad-audio
Tel. 07531-368274

E-Mail: info@novapad.de
www.novapad-audio.de

 

 

Testanlage

AmplifierDevialet 120
ComputerDell Studio 1749, Windows 10, JRiver Media Center 21
SpeakerDuetta (modifiziert)
NF-Cablewireless (Streaming)
LS-CableMIT EXp 1
AC-Cable AmpVOVOX Textura Netzkabel 1,8 m
GerätefüßeNovaPads-plus

 

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