Creaktiv Sound Control Absorber

creaktiv Sound Control Absorber

Gute Grundlage für besseren Klang

Haben Sie Ihre Hifi-Geräte bereits von ihrem Untergrund entkoppelt? Wenn nicht, gibt es nun eine besonders schlanke und damit elegante Möglichkeit, für weniger Schwingungen im Hifi-Rack und mehr Ruhe im Klangbild zu sorgen: den gerade einmal zwei Zentimeter hohen Sound Control Absorber von creaktiv.

Creaktiv? Da klingelt doch was bei mir! Richtig: 2011 hab ich hier das CD-Spray Disc-Control Plus ( https://www.audiophil-online.de/disc-tuning/creaktiv-systems-disc-control-plus.html) getestet, das bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat – und vor dem Rippen von CDs immer noch regelmäßig zum Einsatz kommt. Nun also ein Sound Control Absorber, eine Unterlage für Hifi-Komponenten, die den Klang verbessern soll. Das zumindest verspricht das Produktblatt, das der Lieferung beiliegt. Mal schauen, ob dieses Versprechen gehalten werden kann.

 

Das Produkt

Das Paket mit dem Testmaterial enthält den Sound Control Absorber SC 440, der 44 Zentimeter breit, 40 tief und gerade einmal zwei Zentimeter hoch ist. Außerdem sind zwei kleinere Absorber enthalten: der SC Power (48 x 14 x 2 cm) und der SC Mini (25 x 14 x 2 cm). Beide sind nicht als Stellfläche für Hifi-Geräte gedacht, sondern als Absorber für die Steckerleiste, Netzteile und Vorverstärker. Während der große Absorber in Schwarz daherkommt (alternativ in Weiß), sind die beiden kleineren dunkelgrau. An allen Dreien klebt an der schmalen Seite das Creaktiv-Logo – an den beiden größeren sogar gleich doppelt: Je nachdem, welche Stellfläche man nach oben dreht, ist das Logo links oder rechts angebracht. Ein Unterschied, den es zu beachten gilt, da er den Klang beeinflussen soll. Aber dazu später mehr.
Der kleinste Absorber, der nicht gedreht werden kann, ist auf der Unterseite bereits mit Moosgummifüßen beklebt. Bei den beiden größeren liegen diese zum Selbstaufkleben bei, sobald man sich nach dem Probehören für eine der beiden Seiten entschieden hat. Da die Absorber sehr kratzempfindlich sind, sollte man sie ohne Moosgummifüße je nach Untergrund sehr vorsichtig wenden. Und sobald die bevorzugte Seite feststeht, die Füße schnellstmöglich anbringen – vier außen in den Ecken und einen in der Mitte.

 

creaktiv Sound Control Absorber Set

Die Wirkungsweise

Generell geht es bei Absorbern darum, den Mikrophonie-Effekt zu verringern – also die unerwünschte Anregung des Geräts durch Schwingungen, die der Schall direkt durch die Luft oder indirekt durch den mitschwingenden Boden überträgt. Bei Geräten mit sich bewegenden Teilen wie einem CD-Laufwerk geht es zusätzlich darum, auch diese Schwingungen abzuleiten, sodass sie nicht den Klang des Geräts beeinflussen.

Die Absorber von Creaktiv bestehen innen aus drei Lagen eines neu entwickelten und sehr leichten, resonanzarmen Werkstoffs. Umhüllt ist dieser von einer sehr harten Hülle, die nahtlos foliert ist. Resonanzarmes Inneres und hartes Äußeres sollen zusammen äußerst wirksame Dämpfungseigenschaften erzielen, die sogar in der Lage sein sollen, Klangverfärbungen der Anlage auszugleichen: Ist das Logo rechts, ist die Abstimmung neutral. Mit dem Logo auf der linken Seite soll die Anlage etwas mehr Präsenz im Mittel-Hochton-Bereich bekommen. Kurz: eine Seite normal, eine etwas heller. Auch hier bin ich auf den Hörtest gespannt.

Meinen Devialet-Verstärker muss ich dafür von der Wandhalterung nehmen und zusammen mit dem Absorber auf ein massives MDF-Rack legen. Die NovaPad-Absorber-plus (hier wenn gewünscht Link zu: https://www.audiophil-online.de/fuesse-spikes/novapad-absorber-201405.html) unter meinem Laptop dürfen erst einmal bleiben.

 

creaktic Sound Control Absorber mit Devialet

Der Höreindruck

Ich starte den Hörtest mit dem Song „Lost On You“ der US-amerikanischen Sängerin und Songwriterin Laura Pergolizzi, kurz: LP. Ihr gleichnamiges Album kam 2016 raus, die Singleauskopplung schaffte in insgesamt 17 Ländern den Sprung auf Platz 1 der iTunes-Charts. Ein Ohrwurm, ohne Frage – und dazu ein klanglich ausgezeichneter (von CD gerippt, Ausgabe mit 24 bit/88,2 kHz). Vor allem der Unterschied zwischen der kaum abgemischten Stimme im Vordergrund und den durch einen extrem tiefen Raum wabernden Effekten eignet sich wunderbar, um die Vorzüge des Absorbers herauszuhören: Der Raum selbst wird zwar nicht größer, aber alles, was sich darin abspielt, wirkt plastischer, schärfer und dadurch insgesamt klarer und aufgeräumter. Die beiden Gitarren links und rechts vorne sind direkt bei den ersten Takten zum Greifen nahe, körperhaft, wunderbar dreidimensional. Der Bass hat etwas mehr Punch, ist knackiger, kontrollierter. Dazu ein erster flüchtiger „Blick“ in den tiefen Raum, bevor dann vorne die Stimme einsetzt und die Effekte im Raum dahinter stark zunehmen: Ausrufe, Pfiffe, wabernde Synthesizerklänge – alles ist viel besser zu orten, sticht deutlicher aus dem Hintergrund hervor, steht in besserer räumlicher Relation zueinander. Selbst Details, die vorher irgendwie da waren, sind jetzt glasklar – zum Beispiel die tiefe Männerstimme, die kurz vor dem ersten Einsatz von LP mit „Here we go!“ sozusagen den Startschuss gibt. Oder die Stimme, die bei der Bridge die Melodie mitpfeift.

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Diesen Eindruck der besseren Durchhörbarkeit kann ich bei vielen anderen Songs feststellen, zum Beispiel bei „We don’t eat“ von James Vincent McMorrow, wo mir zum ersten Mal auffällt, dass die Percussions, die bei knapp 4:00 Minuten einsetzen, kleine Trommelwirbel enthalten. Und auch der Chor, der rechts hinten den letzten Refrain unterstützt, hebt sich viel deutlicher aus dem Klanggeschehen heraus. Gleiches bei „Kettering“ von The Antlers: Dieser Song steigert sich nach gut zweieinhalb Minuten mit einem Instrumentalteil, in den dann noch ab 3:08 Min. eine Stimme oder ein Chor einsetzt, die/den ich so deutlich noch nicht wahrgenommen habe.

Das alles mit dem Logo rechts, also mit der neutral abgestimmten Seite.

Das Logo links sorgt bei mir zunächst für Verwunderung, weil zwar alles weiterhin besser klingt, ich den Unterschied jedoch nicht ohne Weiteres raushören kann. Ja, irgendetwas ist anders. Aber es ist ein sehr feiner Unterschied und einer, den ich erst einmal nicht in Worte fassen kann. Mit den bisherigen Stücken komme ich hier nicht weiter, also greife ich auf meinen Lieblingssong „Tomorrow is a long time“ von Barb Jungr zurück (FLAC, 24 bit/96 kHz) – eine Coverversion des Elvis-Presley-Songs, die ich in- und auswendig kenne. Sie bietet ebenfalls viele schöne Raumeffekte und beschränkt sich ansonsten auf die umwerfende Stimme von Barb Jungr, ein Klavier und im Verlauf des Songs auf ein Cello und eine Bratsche. Und siehe da: Die Keybordsamples, die hier durch den Raum hallen, sind tatsächlich mit dem Logo auf der linken Seite noch präsenter. Man möchte am liebsten die Hand ausstrecken, um sie zu berühren – so dreidimensional erscheinen sie vor dem geistigen Auge.

Der Effekt mit dem Logo links lässt sich nach einigem Hören dann doch noch mit anderen Songs deutlich machen: Bei „Journey“ von Cataleya Fay sind die feinen, schnellen Percussions im Refrain, die mittig stehen und mit feinen Wirbeln immer wieder nach links ziehen, deutlich brillanter, klarer und dynamischer. Und auch bei Pinks „What about us“ setzt ab dem ersten Refrain bei 1:09 Min. ein zusätzliches Percussion in der Mitte der Bühne ein, das ganz entfernt an ein synthetisch erzeugtes Händeklatschen erinnert – und so deutlich nie zuvor aus dem Stück herausgestochen ist.

Bei den Absorbern für die Steckerleisten muss ich mich dann aber doch geschlagen geben. Hier kann ich beim besten Willen keine Unterschiede ausmachen – zumindest nicht mit meiner Testanlage.

Dafür umso mehr beim Wechsel des großen Absorbers unter den Laptop, also meine Quelle. Dazu entferne ich zunächst die NovaPad-Absorber, auf denen ich den Rechner immer zum Musikhören platziere, und gewöhne mich kurz wieder an den härteren und weniger fein aufgelösten Klang, wenn der Laptop direkten Kontakt mit der Glasplatte meines Schreibtischs hat. Dann kann es weitergehen: Als Song wähle ich dieses Mal „Nytt imellom oss“ der norwegischen Songpoetin Kari Bremnes (FLAC, 24 bit/96 kHz), die bei der diesjährigen High End in München als Markenbotschafterin aufgetreten ist. Ich schiebe den Absorber zwischen Glasplatte und Laptop und entscheide mich dabei direkt für die Seite mit dem Logo links, die mir unter meinem Verstärker etwas besser gefallen hat. Auch hier werde ich nicht enttäuscht: Das Klavier links und die ein paar Takte später einsetzende Stimme sind sofort plastischer, haben mehr Volumen, klingen wärmer und stehen klarer im Raum. Die feinen Percussion-Wirbel im weiteren Verlauf des Songs lösen sich bis zum feinsten allerletzten Anschlag auf. Die Streicher auf der rechten Seite sind zudem viel präsenter. Und beim Chor aus einer beziehungsweise zwei Männerstimmen ist sogar ein feines Tremolo zu hören. Insgesamt wirkt alles einfach aufgeräumter – als hätte man bei einem leicht verschwommenen Bild die Konturen scharfgezeichnet.

creaktiv Sound Control Absorber

Das Fazit

Wer seine Geräte bis jetzt noch nicht vom Untergrund entkoppelt hat, sollte den Sound Control Absorber unbedingt ausprobieren. Für einen Preis, der im Vergleich zu anderen Absorbern mehr als fair ist, erhält man eine Klangsteigerung, die sich sehen – und hören – lassen kann. Der Clou, durch das Umdrehen des Absorbers die Abstimmung – wenn auch minimal – zu verändern, kann sich bei Anlagen und Hörsituationen mit leichten Problemen als überaus wertvoll erweisen. Insgesamt eine klare Empfehlung!

 

Der Preis

Der Absorber in der getesteten Variante kostet 199 Euro. Wer ausladendere Geräte besitzt, erhält für 229 Euro einen Absorber, der mit 50 Zentimeter Breite und 48 Zentimeter Tiefe noch mal ein ganzes Stück größer ist. Alternativ kann man auch beim Fachhändler das benötigte Sondermaß bestellen.

Den Fachhändler in Ihrer Nähe finden Sie hier: https://www.creaktiv-hifi.com/locations/

 

Die Testanlage

  • Amplifier Devialet 120
  • Computer Dell Studio 1749, Windows 10, JRiver Media Center 21
  • Speaker Duetta (modifiziert)
  • NF-Cable wireless (Streaming)
  • LS-Cable MIT EXp 1
  • AC-Cable Amp VOVOX Textura Netzkabel 1,8 m
  • Gerätefüße NovaPads-plus

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