Aufstellung der High-End Audio Komponenten
Haben Sie schon mal bemerkt, dass ihre eingeschalteten Komponenten auch ohne Lautsprecher Geräusche von sich geben?
Nein?
Dann gehen Sie doch mal ganz nah mit ihren Ohren an ihren CD-Player oder Verstärker. Da hören Sie leise das Brummen der Trafos und beim CD-Player das Motorengeräusch des Laufwerks.
Diese Geräusche sind natürlich im Geräteinneren noch viel lauter und übertragen sich leicht auf die elektronischen Bauteile. Manche dieser Bauteile wie beispielsweise Kondensatoren sind "mikrofonieempfindlich". Das heisst, die Geräusche beeinflussen die Eigenschaften der Bauteile.
Stelle ich nun alle meine Audiokomponenten einfach aufeinander, so übertragen sich die Eigengeräusche des CD-Players auf den Verstärker bzw. die anderen Komponenten und umgekehrt.
Regel Nr. 1 - Verwenden Sie ein spezielles Audio-Rack
Auf keinen Fall sollten Sie ihre High End Komponenten einfach nur aufeinander stellen.
Investieren Sie in ein gutes Audiorack. Doch Vorsicht: Rack ist nicht gleich Rack!
Das Rack sollte nicht zu hoch sein. Besser ist es, die High End Audio Komponenten auf mehrere niedrigere Racks zu verteilen.
Ein gutes Rack findet man eher unter den Leichtgewichten. Also weniger Masse ist in der Regel vorteilhafter.
Sehr gut und daher auch seit vielen Jahren bei uns im Einsatz ist das Rack von Phonosophie.
Es verzichtet bewusst auf massesteigernde Füllmaterialien und setzt die klangliche Messlatte weit oben an.
Regel Nr. 2 - Die Komponenten nicht auf Glasböden stellen
Zugegeben, das Glas sieht schon ganz nett aus, aber widerstehen Sie der Versuchung.
Regel Nr. 3 - Experimentieren Sie mit den Gerätefüssen
Normalerweise bestehen die Gerätefüsse aus verchromten "Zylindern" mit einer Gummiunterlage. Versuchen Sie doch mal, ihre Geräte auf Radiergummis zu stellen. Dabei sollten die Standard-Gerätefüsse entlastet werden, also die Radiergummis neben den Füssen anbringen. Gegebenfalls mehrere Radiergummies aufeinander legen. Fangen Sie mit dem CD-Player an. Legen Sie zusätzlich einen Radiergummi in die Mitte, so daß von oben betrachtet das Ganze an einen Würfel mit der Zahl 5 erinnert. Versuchen Sie auch, einen oder mehrere Radiergummi genau unter dem Laufwerk zu positionieren.
Einen weitereren Versuch können Sie mit selbstgebauten Füssen aus Multiplex-Holz durchführen. Holen Sie sich vom Baumarkt 19 mm starkes Multiplex-Holz aus Buche (alternativ Birke). Machen Sie daraus Dreiecke mit einer Seitenlänge von ca. 2 cm. Die Seiten müssen möglichst glatt sein damit das Gerät sauber aufliegt. Stellen Sie 3 Dreiecke so unter das Gerät, dass die Spitzen nach unten zeigen.
Selbstverständlich bietet auch die Industrie viele gute Produkte an, z.B. RDC-Pucks. Am besten wenden Sie sich an den Fachhändler ihres Vertrauens und leihen sich gegen Kaution diese Zubehörartikel zum Testen einfach aus.
So, bisher haben wir uns um die Standbasis der Geräte gekümmert. Nun wird es Zeit, dass wir uns Gedanken um die Aufstellung des Racks machen.
Wir wissen nun, daß Schallwellen Einfluss auf einige elektronische Bauteile unserer Komponenten nehmen. Jetzt werden wir versuchen, unsere Komponenten vor den Schallwellen unserer Lautsprecher in Sicherheit zu bringen.
Regel Nr. 4 - Stellen Sie das Rack nicht genau in die Mitte zwischen den Lautsprechern
Zwischen den Lautsprechern befindet sich das Druckwellenmaximum. Besser ist es, die Komponenten befinden sich etwas versetzt von der Mitte oder gar in einem anderen Raum. Doch das dürfte in seltensten Fällen praktikabel sein.
Spezialtipp für "schwingende" Fußböden
Hierfür gibt es im Handel spezielle Wandhalterungen (z.B. bei Phonosophie). Dadurch wird das Rack fest mit dem Mauerwerk verbunden und hat keinen Kontakt mit dem Boden. Ist dies nicht möglich sollten Sie versuchen, unter das Rack eine Multiplexplatte aus Birkenholz oder eine Schieferplatte unterzulegen. Die Multiplexplatte gibt es im Baumarkt für ca. 35 Euro je qm und dürfte somit kein finanzielles Wagnis darstellen. Erheblich teurer ist dagegen Schiefer. Bei einer 3 cm starken Platte ist mit ca. 200,- Euro zu rechnen. Schieferplatten gibt es beim Steinmetz. Um unseren Problemboden zu entschärfen (schwimmend verlegter Parkettbodens auf Holzbohlen) hatten wir einige Zeit eine 3 cm starke Granitplatte unter dem Rack. Allerdings sind wir davon wieder abgekommen, da Granit sich klanglich nicht neutral verhält. Granit "verstärkt" bestimmte Frequenzen. Durch die Frequenz-anhebungen wirkt das Klangbild zwar kräftiger, aber zugleich klingen manche Instrumente (z.B. Akustikgitarre, Klavier) "künstlich" und verfremdet.
Bevor Sie sich eine (teure) Schieferplatte anfertigen lassen: kaufen Sie beim Baumarkt "Münchner Gehwegplatten" aus Beton (ca. Euro 4,-/Stück). Legen Sie diese dann versuchsweise unter das Rack. Merken Sie keinen Unterschied, können Sie sich den Gang zum Steinmetz sparen.








