Die KREA-Base von Meisel-Audio

Immer wieder werde ich vom Leben eines Besseren belehrt, etwa wie unsinnig Vorurteile sind. Zwar hatte die Krea-Base auf mich einen sehr hochwertigen Eindruck gemacht, doch trotzdem konnte ich mir zunächst noch nicht vorstellen, wie sie einen Klanggewinn ermöglichen könnte. Da sie sich nach dem Auspacken lediglich als ein Holzrahmen, mit einer in der Mitte eingearbeiteten Buchenholzplatte, zeigt. Letztere jedoch auf ein spezielles Material im inneren der Krea-Base ruht; sich ihr Geheimnis also im Verborgenem hält.

 

Krea Base von Meisel Audio
Krea Base, Ausführung Buche; Foto: Thomas Hündgen

 

Dieser Umstand und die Erinnerungen an vergangene Tests mit ähnlichen Produkten ließen in mir Hoffnung und vor allem Neugier aufkommen. Bei einem Gespräch mit dem Hersteller, dem Dipl.-Ing. (FH) Dietmar Meisel, stellt sich heraus, dass er aus klanglichen Gründen bei der Konstruktion von Basen Buchenholz bevorzugt.

Kreapor
Werkstoff Kreapor, Foto: Thomas Hündgen
Die besonderen Eigenschaften seiner resonanzoptimierenden Krea-Base, kommen durch das harmonische Zusammenspiel, des sich inneren befindenden Werkstoff Kreapor, in Kombination mit der Buche zustande. Dieses Keramik-Material zeigt sich als ein recht interessanter Bestandteil. Herr Meisel hat sich während seiner Laufbahn als Diplom Ingenieur, im Bereich der Werkstoffwissenschaften, mit Keramik beschäftigt. Das in seinen Produkten verwendete Material hat eine sehr poröse, korallenartige Struktur (siehe Foto).

 

Um einen direkten Vergleich zu haben, höre ich mir zunächst die Musik ohne die Krea-Base an. Die Qualität der Reproduktion erscheint mir im Allgemeinen als sehr gut, doch schon bald tauchen in manchen Bereichen wieder die wohlbekannten Probleme auf. Wie zum Beispiel, dass Stimmen, vor allem bei Opernaufnahmen, an den lautesten Stellen unangenehm, unnatürlich und fast schon verzerrt wiedergegeben werden. Die verschiedenen Klangelemente, zum Beispiel von Blechbläsern, erschallen unzusammenhängend im Raum verteilt. Bei einem Hörspiel wird die Sprecherstimme viel zu groß, räumlich unscharf und somit kaum lokalisierbar wiedergegeben. Der in einer späteren Szene einsetzende starke Regen im Dschungel erscheint als räumlich viel zu klein und undifferenziert.

 

Mit der Krea-Base regnet es besser!

 

Schnell ist die Base unter dem Player geschoben und schon in den ersten Sekunden präsentiert sich ein sehr verändertes Klangbild. Es sind noch einige Punkte mehr, die mir im ersten Durchlauf zwar auch schon aufgefallen sind, aber wie sehr es auch besser geht, sich jetzt erst offenbart. Wie etwa, dass sich ohne die Krea-Base große Lücken zwischen den einzelnen Schallereignissen befanden. Wo sich dazwischen einfach gar nichts zu ereignen schien, oder nicht so recht durchdringen konnte.

 

Nun stellt sich ein geschlossenes Klangbild zusammen, wo diese Lücken einfach eine deutlich wahrnehmbarere Fülle aufweisen. So ähnlich wie wenn man eine Kamera scharf stellt und großräumige farbige Flächen nun gestochen scharf und mit erhöhtem Detailgrad erscheinen. Die leichte Handhabe der Krea-Base ermöglicht es, sie für jedes Musikstück zu entfernen und sie gleich darauf wieder zu platzieren. Das erleichtert den direkten und zeitnahen Vergleich und nach jedem mal platzieren, fällt mir sofort auf, dass das Schallgeschehen nach oben rückt und in der räumlichen Höhe an Größe gewinnt. Wie gesagt: Ohne die Krea-Base litt die Lokalisierbarkeit, nicht nur von Sprecher-, sondern auch von Opernstimmen. Sie erschallten zu breit, verschmiert und undifferenziert.

 

Nun fügt sich alles zu punktuellen, lebendigen und kraftvollen Körpern zusammen. Blechblasinstrumente erzeugten bislang Töne, die vom Instrument entfernt erstrahlten, das schien räumlich nicht zusammenzupassen. Bei Konzerten in der Kölner Philharmonie ist es mir zuweilen schon aufgefallen, das manche Instrumente Schallanteile räumlich entfernt verbreiten. Es ist wohl naheliegend anzunehmen, dass dies, neben weiteren Umständen, auch aufgrund von Reflexionen zustande kommt.

 

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Krea-Base
Foto: Thomas Hündgen
Doch wie auch immer das sein mag: Mit der Krea-Base erscheinen die Instrumente nun als eine räumlich kompakte Einheit und wirken überzeugender und auch kraftvoller. Der von ihnen erzeugte Schall erscheint nun als geschlossenes Element; das eine konkrete Form annimmt, die in den Saal hinein strahlt. Im Allgemeinen gewinnen die räumlichen Verhältnisse an Geschlossenheit, Dreidimensionalität und Weite. Ein besonders erstaunlicher Effekt ist der Umstand, dass ich nun kleine räumliche Distanzen genauer hören kann. Etwa wenn bei einer Operneinspielung drei Stimmen nahe beieinanderstehen, kann ich sie nun deutlicher lokalisieren. Mit der Krea-Base regnet es auch einfach besser.

 

Die oben erwähnte Szene aus dem Hörspiel, mit dem heftigen Regen, kommt meinem Wunsch nach mehr räumlicher Verteilung nun näher. Der Regen entlädt sich nicht nur als undifferenziertes Rauschen. Dadurch, dass die Abbildung an Größe zunimmt, gewinnt das Hörspiel an virtueller Überzeugungskraft. Das Klangbild erlangt mehr Natürlichkeit, Feinheit, Details, Geschlossenheit und Kontrast. Die Dynamik erscheint nicht unbedingt höher, aber weniger anstrengend und kontrollierter, besonders wenn es mal richtig laut wird.

 

Sicher ist es so, dass Raumklang vielleicht für rein musikalische Kriterien eine weniger große Bedeutung hat. Aber für den Moment, wo ich aufmerksam im Stereodreieck vor einer Anlage sitze und gebannt lausche, empfinde ich es so, dass wenn die Darstellung bestimmte Kriterien erfüllt, mein Gehirn beim Hören weniger abgelenkt wird. Somit wird das Hören unangestrengter und steigert den Genuss. Denn im Konzertsaal tauchen diese Probleme gar nicht erst auf und mein Denkorgan muss sich nicht ständig mit gestaltpsychologischen Korrektur- oder Kompensationsmaßnahmen beschäftigen.

 

Fazit

Die Krea-Base ist ein relativ neues Produkt, das in seiner Entwicklung noch am Anfang steht. Es sich aber jetzt schon deutlich zeigt, dass es ein sehr großes Potenzial aufweist und man sicher auf zukünftige Entwicklungen aus dem Hause Meisel sehr gespannt sein darf. Doch warum auf Neues warten, wenn es mit der Krea-Base jetzt schon richtig gut funktioniert? Außerdem lassen sich auch Risiken vermeiden, denn der Hersteller Meisel-Audio bietet einen Verleih-Service an.

 

Die Base ist sehr hochwertig verarbeitet und macht sich als Geräte-Untersatz nicht nur akustisch gut. Die Krea-Base weiß einfach zu begeistern und das Klanggeschehen auf ungeahnte Höhen zu bringen. Bei mir jedenfalls hat dieses Produkt den gesamten Aufwand der Beschäftigung erhöht und in mir eine große Begeisterung ausgelöst, mit der ich mich lange gedanklich auseinandergesetzt habe.

 

Vertrieb

Meisel-Audio
Inh. Dipl.-Ing. (FH) Dietmar Meisel
Luisenstr. 4
D-56203 Höhr-Grenzhausen
Tel.: 02624 / 94 55 34

E-Mail: meisel-audio@t-online.de
klangstudio-meisel@t-online.de
Web:    www.meisel-audio.de
www.klangstudio-meisel.de

Preis/Ausführung

Stellfläche 43 x 35 cm; Ausführung in

  • Buche: 599,- Euro
  • Multiplex Natur: 499,- Euro

Andere Abmessungen sind kein Problem, da die Basen auf Bestellung gefertigt werden.

Zudem sei noch auf die Kreapor-Pucks aus gleichem Hause hingewiesen.

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