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Der Stein des Weisen:

Hamonizer System von Steinmusic

September 2011 - Daniel Plaßmann

Harmonizer H2a und H2b von Stein Music

Jeder Raum hat seine eigene Akustik, die sich nur selten mit dem Wunsch nach unverfälschtem Musikgenuss in Einklang bringen lässt. In manchen Fällen sorgen Gardinen, Teppiche oder Bücherregale für Besserung. Und wer selbst rabiate Methoden nicht scheut, stellt sich Plattenabsorber oder einen Helmholtz-Resonator ins Zimmer, um zumindest die Bassresonanzen in den Griff zu bekommen. Einen ganz anderen Weg zur Verbesserung der Raumakustik schlägt die Firma Steinmusic mit ihrem Harmonizer System ein. Wir haben es für Sie getestet - und so viel sei schon verraten: Der Name ist Programm.



Die Wirkungsweise

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enn Sie glauben, Ihr Hörraum wäre zum Musikhören perfekt, dann regen Sie ihn doch mal mit Sinustönen an. Vor allem im Bassbereich werden Sie so schnell den Frequenzen auf die Schliche kommen, bei denen Raummoden entstehen - stehende Wellen, die sich als unangenehmes Dröhnen Gehör verschaffen. In höheren Lagen verringert sich dieser Effekt zwar schnell bis zur Unhörbarkeit. Dafür bleibt aber das Problem von ungewollten Schallreflexionen an Wänden und Möbeln bestehen. Dieser Raumschall erreicht Ihr Ohr nach dem Direktschall und fügt der Musik zusätzlich zum räumlichen Eindruck, den Ihre Anlage vermittelt, den Raumeindruck Ihres Hörraums hinzu. Zum Glück leistet unser Gehirn hier gute Arbeit und filtert diesen Raumschall weitgehend heraus. Dafür aber muss es arbeiten - obwohl Musikhören doch eigentlich für Entspannung und Harmonie sorgen sollte.


"Stones" und "Diamonds"

Stones and Diamonds vergrößern

Genau die verspricht das Harmonizer System von Steinmusic zumindest dem Namen nach. Die schwarzen, hochglanzlackierten Kästen (12 x 12 x 8 cm³) in Kombination mit kleinen Tuningelementen (Magic Stones und Magic Diamonds) können zwar weder stehende Wellen noch ungewollte Schallreflexionen verhindern. Laut Hersteller sollen sie aber einen ausgeprägt positiven Einfluss auf die Raumakustik ausüben. Für kleinere Räume bis 28 m² reicht das Basic-Set aus je einem Harmonizer H2a und einem vom Typ H2b. Für größere Räume werden jeweils zwei H2a und H2b empfohlen. Was die Geräte bewirken und wie sie funktionieren, dazu ist ihrem Entwickler Holger Stein, studiertem Physiker und langjährigem Hifi-Tuning-Experten, nicht viel zu entlocken. Er arbeite gerade mit der Universität Duisburg-Essen daran, das Konzept hinter dem Harmonizer System auf wissenschaftlich belastbare Füße zu stellen und möchte bis dahin keine Halbwahrheiten verbreiten.

Die einzigen Informationen zur Wirkungsweise liefert uns somit eine Analogie auf dem Beipackzettel: Um einen schweren Stein ins Rollen zu bringen, benötigt man viel Energie. Doch wenn er erst einmal rollt, lässt er sich wesentlich leichter bewegen. Bei der Luft, die den Schall überträgt, verhält es sich ähnlich - allerdings wird sie im Fall der Harmonizer nicht tatsächlich in Bewegung versetzt, sondern mit Informationen aufgeladen, die einer Bewegung entsprechen. Dadurch kann sie von den Lautsprechern leichter angeregt werden und den Schall in einer bislang ungekannten Qualität zum Hörer transportieren.

Der Text verschweigt nicht, dass es sich dabei um eine noch unbewiesene Arbeitshypothese handelt und die Erklärung durchaus nicht vollständig ist. Wichtiger als die Theorie sei jedoch die Praxis, da allein das Ergebnis zähle. Und das ist in der Tat nicht zu überhören - sofern man etwas Geduld hat. Doch dazu später mehr.


Die Anwendung

Harmonizer H2b Batteriefach

Batteriefach Harmonizer H2b vergrößern

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uerst einmal gilt es, die unzähligen Einzelteile, in die das System bei Lieferung zerlegt ist, zusammenzuschrauben und im Testhörraum zu positionieren. In unserem Fall muss für jeden der vier Harmonizer - jeweils zwei vom Typ H2a und H2b - ein ein Meter hoher Ständer aus Bodenplatte, Ständerprofil und Kopfplatte zusammengeschraubt werden. Die Harmonizer selbst werden per mitgelieferter Knetmasse auf den Kopfplatten fixiert, das Stromkabel kann in der Nut des Ständerprofils nach unten geführt und durch ein spezielles Loch in der Bodenplatte fast unsichtbar verlegt werden. Alternativ ist ein Batteriebetrieb mit jeweils vier AA-Batterien möglich - für alle, die nicht in jeder Raumecke eine freie Steckdose haben und keine meterlangen Verlängerungskabel verlegen wollen, keine schlechte Idee.

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